Alliance
For Nature hat schon einige Naturlandschaften und Kulturdenkmäler in den Kreis
der UNESCO-Welterbestätten geführt. In Österreich verdanken die Semmeringbahn
und die Wachau dieser Natur- und Kulturschutzorganisation ihren Welterbe-Status.
Nun will sie in Kirgistan den Lebensraum einer der bedrohtesten Tierarten der
Welt dem Schutz der internationalen Staatengemeinschaft unterstellen.
Im Sommer 2004 bereiste der Wiener Landschaftsökologe Christian Schuhböck alle jene Landschaften und Kulturdenkmäler Kirgistans, die seitens dieses zentralasiatischen Landes für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbe-Liste nominiert werden sollten. Per PKW, Jeep und zu Pferd besichtigte er rund um den berühmten Issykul-See, im Tien-Schan-Gebirge und entlang der Seidenstraße eine Reihe von Bauwerken, kulturhistorische Zeitzeugen sowie Wald- und Seenlandschaften. Im Vergleich zu den über 250 Welterbestätten, die er im Laufe der vergangenen zehn Jahre bereiste, befand er nur die mehrere tausend Jahre alten Steininskriptionen von Saymaluu-Tash in rund 4.000 Meter Höhe als welterbewürdig. Über seine Erkenntnisse berichtete Schuhböck der kirgisischen UNESCO-Kommission und gab auch seine Bedenken gegenüber den geplanten Welterbe-Nominierungen bekannt. Stattdessen schlug der Ökologe das Beš-Aral-Gebiet im Westen Kirgistans als potentielle Weltnaturerbestätte vor, da dieses äußerst seltene Tierarten wie den Rotwolf und den Schneeleoparden beheimatet. Das bis dato nur relativ gering geschützte Gebiet, welches auch von Wilderern heimgesucht wird, sollte den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft genießen und dadurch das Überleben der Berggans, des Rotwolfs und des Schneeleoparden sichern helfen.
In der Konferenz vom 20. Juli 2004 wurde der Vorschlag mit der
Generalsekretärin der kirgisischen UNESCO-Kommission, Frau Adash
Toktosunova, und Prof. Emil Shukurov von der Universität Bishkek
besprochen, wobei Christian Schuhböck als Generalsekretär der Alliance
For Nature anbot, die dafür erforderliche Dokumentation im Rahmen der
Initiative "Weltnaturerbe Beš Aral" seitens seiner Organisation
erstellen zu lassen. Ein in diesem Zusammenhang aufgesetztes Protokoll
hält fest, dass das Beš-Aral-Gebiet auf die Vorschlagsliste ("tentative
list") gesetzt und zum ehestmöglichen Zeitpunkt nominiert werden soll.
Das Protokoll wurde als offizielle Grundlage für die weitere
Vorgangsweise zum Weltnaturerbe-Projekt Beš Aral am 2. August 2004 in
Bishkek, der Hauptstadt Kirgistans, unterzeichnet.
Im Dezember 2004 erhielt Alliance For Nature die Nachricht, dass in
Kirgistan eine eigene Kommission zur Nominierung potentieller
Welterbestätten gegründet wurde, in der Prof. Shukurov für das
Naturerbe zuständig ist. Gemäß des Protokolls vom 2. August 2004 wurde
denn auch das Beš-Aral-Gebiet auf die Vorschlagsliste gesetzt. Sobald
der UNESCO offiziell die Vorschlagsliste übersandt wurde, wird Alliance
For Nature im Rahmen der Initiative "Weltnaturerbe Beš Aral" die
erforderliche Dokumentation erstellen. Zu diesem Zweck werden Sponsoren
gesucht, die diese außergewöhnliche Initiative zum Schutz des Rotwolfs
und Schneeleoparden unterstützen.
Spendenkonto:
Bank Austria
BLZ 12000
Kontonummer 00 677 090 300
IBAN: AT13 1200 0006 7709 0300
BIC: BKAUATWW