Grinzing
mit seinen Heurigen ist ähnlich wie der Stephansdom ein Synonym für
Wien.
Insbesondere Gäste aus dem Ausland verbinden den Weinort mit der
Kultur- und
Musikmetropole Wien. Der Stephansdom symbolisiert nicht nur den
Mittelpunkt von
Wien, sondern ist auch Wahrzeichen der Bundeshauptstadt und der
gesamten
Republik Österreich. Dennoch ließen ihn die Verantwortlichen über Jahre
und
Jahrzehnte hindurch verwahrlosen, sodass Teile dieses weltberühmten
Sandsteinbaus baufällig wurden. Sogar groß angelegte Spendenaktionen
und
öffentliche Aufrufe durch besorgte Bürger und Institutionen waren
notwendig,
bis sich die Politik endlich ans Werk machte und den Stephansdom nun
schrittweise restaurieren lässt.
Ähnlich sorglos gingen Wiens Politiker mit dem historischen Zentrum von Wien um. Durch die Auseinandersetzung um "Wien-Mitte" riskierte die Stadt sogar die Aberkennung des Welterbe-Status. Erst als Bürgerinitiativen und Kulturschutzorganisationen mobil machten, wurde der Hochhauskomplex politisch abgesagt und damit das Weltkulturerbe "Wiener Innenstadt" vor einer massiven Beeinträchtigung bewahrt. Ging es anfangs dem Mittelpunkt von Wien (Stephansdom) und dann dem inneren Kreis (Wiener Innenstadt) an den Kragen, scheint nun das kulturelle Erbe an der Peripherie von Wien gefährdet zu sein.
Der Weinbau in Wien hat eine jahrhundertealte Tradition. Die ältesten Weingärten lassen sich bis zum Jahr 1132 zurückverfolgen. Im 13. Jh. gab es Weingärten am Alserbach, in Matzleinsdorf und am Alseck; im 14. Jh. wurde Wein auf der Landstraße, auf der Wieden, in Gumpendorf, auf dem Neustift, im Lerchenfeld und in der Alservorstadt angebaut. Im 16. Jh. fanden sich Weingärten in der Inneren Stadt in der Gegend der Minoriten. Rund um Wien, so auch in Grinzing, bauten die Wiener ebenfalls ihren Wein an.
Doch vielerorts mussten die Weingärten dem Besiedlungsdruck weichen; die wirtschaftliche Lage trug das ihre dazu bei. So verschwinden heute immer mehr Weingärten und damit auch die Grünflächen rund um Wien. Nicht nur als landwirtschaftlich genutzte Flächen und Erholungsgebiete sind Wiens Weingärten gefährdet, sondern auch als besonderes Kulturgut der Wiener, die dem Wein beileibe nicht abgeneigt sind, gehen zunehmend verloren.
Dementsprechend ruft die Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE alle Wienerinnen und Wiener sowie die weltweite Bevölkerung auf, Wiens Weingärten zu retten und für kommende Generationen zu erhalten.
Im Rahmen einer Vergleichs- und Machbarkeitsstudie hat ALLIANCE FOR NATURE festgestellt, dass die Grinzinger Weingarten-Kulturlandschaft an der Flanke des Kahlenberges durchaus das Potential besitzt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt zu werden. ALLIANCE FOR NATURE bemüht sich derzeit um die Nominierung dieser für ganz Europa bedeutsamen Region als potentielle Welterbestätte. Dazu bedarf es des politischen Willens der Stadt Wien, um den derzeit noch gerungen wird.
Bereits 1870 erkannte
der
Wiener Gemeinderat
Josef Schöffel die Bedeutung des Wienerwaldes als Erholungsgebiet und
Sauerstofflieferant, brachte einen Antrag gegen dessen Verkauf ein und
rettete
dadurch die "grüne Lunge Wiens" vor der Abholzung. 1905 fasste der
Wiener
Gemeinderat den Beschluss zur Erhaltung des Wald- und Wiesengürtels
rund um
Wien. Doch rund 100 Jahre später scheint die ins Zentrum der
Europäischen
Union gerückte Bundeshauptstadt Wien immer weniger Bedacht auf ihren
Grüngürtel zu nehmen: Im Westen Wiens fressen sich Steinbrüche durch
den
Wienerwald, im Südosten Wiens ist eine Autobahn mitten durch das
UNESCO-Biosphärenreservat Lobau, einem Teil des international
anerkannten
Nationalparks Donau-Auen, geplant. Und seit rund 25 Jahren geht es den
Weingärten im Norden Wiens, 1964 noch als Bestandteil des Wald- und
Wiesengürtels deklariert, an den Kragen.
Seit Jahren nimmt die Zahl der hauptberuflichen Winzer in Grinzing und Umgebung stetig ab. Die dadurch "freiwerdenden" Weingärten werden gerodet und anderwärtig genutzt. Immer öfter fallen die Weingärten der Bodenspekulation zum Opfer, werden umgewidmet und schließlich verbaut. Dadurch lichtet sich der Grüngürtel Wiens zunehmend und verliert seine für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung so wichtige Erholungs- und Regenerierungsfunktion. Insbesondere die Grinzinger Weingärten unterliegen dieser rasanten "Erosion", die möglichst rasch gestoppt werden muss.
Um die Weingärten von Grinzing vor dem Zugriff von Bodenspekulanten sowie der Verbauung zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten, hat sich die Landschaftsschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE dazu entschlossen, diese Grundstücke durch eine Ankaufsaktion zu erwerben.
ALLIANCE FOR NATURE verpflichtet sich, die angekauften und ins Grundbuch eingetragenen Grundstücke ausschließlich dem Weinbau zu widmen. Mit dieser Rettungsaktion wird ein wesentlicher Beitrag zum Schutz dieser außergewöhnlichen Kulturlandschaft und des Grüngürtels von Wien geleistet
Um diese Kampagne auf breiter Basis ins Leben rufen und zum Erfolg führen zu können, wenden wir uns mit der höflichen Bitte an Sie, diese dringend notwendige Aktion durch Überweisung einer Spende zu unterstützen. Die Höhe Ihrer Spende richtet sich danach, wie sehr Ihnen die Erhaltung unserer wertvollen Weingärten am Herzen liegt, die das Landschaftsbild unserer Bundeshauptstadt bereits seit Jahrhunderten prägen.
Spendenkonto:
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IBAN: AT13 1200 0006 7709 0300
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Wir danken Ihnen herzlich für die Unterstützung!